Chorinformationen
Die Gründung des MGV Quartett – Verein „Frohsinn“ fällt auf den 3.April des Jahres 1927.
In der Gründungsversammlung wurde Ignatz Korte zum ersten 1.Vorsitzenden gewählt und das Chorleiteramt wurde an den Lehrer W. Timmermann übertragen.
Drei Monate nach der Gründung folgte der Chor einer Einladung zum Freundschaftssingen nach Mühlhausen und erntete für den ersten öffentlichen Auftritt gute Kritiken. Es folgten einige sehr erfolgreiche Teilnahmen an zu jener Zeit regelmäßig stattfindenden Gesangswettstreiten. Mit Verpflichtung des Chorleiters Alfred Birkendahl im Jahre 1937 stellte sich im Bereich der musikalischen Leitung eine Kontinuität ein, die der weiteren Fortbildung des Chores sehr dienlich war. Unter Birkendahls Leitung wuchs der Chor zu einem beachtlichen Klangkörper, nachdem die Chorarbeit fast fünf Jahre nahe dem Erliegen gewesen war.
Der Quartett – Verein hatte in den Anfangsjahren mit viel Ablehnung zu kämpfen, bis hin zu Verboten, die Chorproben abzuhalten. Stets wusste aber der Chor, sich diesen Repressalien zu widersetzen und trotzte auch den Wirren des zweiten Weltkrieges, in dem einige Sangesbrüder für „Volk und Vaterland“ an der Front kämpften. So ergab sich im Jahre 1943 eine Zusammenarbeit mit dem MGV „Einigkeit“ Werve, da auch hier aufgrund mangelnder Sängerzahl die Fortsetzung regelmäßiger Chorproben nahezu unmöglich war.
Zu jener Zeit, als nach den Kriegsjahren deutliche Mitgliederzuwächse zu verzeichnen waren, konnte man es sich leisten, über die Aufnahme neuer Sänger zu befinden. So findet sich im Jahresbericht 1946 ein Beschluss, dass man bei der „Aufnahme" neuer Sänger größte Umsicht walten lassen muss....“ und die Chormitglieder über eine Neuaufnahme entscheiden müssen.
Erst im Jahre 1947, dem Jahr des 20- jährigen Bestehens, war es dem Chor möglich, dem Deutschen Sängerbund beizutreten. In diesem Jahr veranstaltete der Chor gleich zwei umfangreiche Jubiläumskonzerte mit namhaften Solisten und konnte seinen musikalischen Stellenwert in der Gemeinde und darüber hinaus weiter steigern.
Das Jahr 1948 war für den Quartett – Verein in mancher Hinsicht ein Wendepunkt:
Am 13.09.1948 endete die Zusammenarbeit mit dem Chorleiter Birkendahl und die Leitung hat Karl Mank übernommen. So begann eine neue und sehr erfolgreiche Ära des Quartett – Vereins unter dieser musikalischen Leitung.
Doch auch eine zweite Ära fand in diesem für die Zukunft des Chores einschneidenden Jahr ihren Anfang: Franz Breloer übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden. In den folgenden Jahren veränderte sich das Gesicht des Chores erheblich, waren doch einige ältere Sänger nicht mehr dabei und hatten sich einige neue, junge Sänger dem Chor angeschlossen. Der Chor zählte nun 45 Aktive.
Zum ersten Ehrenvorsitzenden wählte der Quartett – Verein im Jahre 1953 Wilhelm Busch, der von 1940 bis 1952 zweiter Vorsitzender des Vereins war. Er ging als „Wilhelm I“ in die Geschichte des Chores ein.
Im Jahre 1960 wurde mit Sangesbruder Rudi Paschek der erste offizielle Vize – Chorleiter bestimmt. In der Folgezeit konnte der Chor bei einigen Auftritten aufgrund der Fähigkeit Rudi Pascheks gute Erfolge erzielen.
Die Jahre 1961 und 1962 brachten herausragende Auftritte für den Chor mit sich: Gemeinsam mit dem gemischten Chor Kamen wurden am 15.04.1961 „Die Jahreszeiten“ von J. Haydn zur Aufführung gebracht.
Zum 15. Deutschen Sängerbundesfest trat 1962 der Quartett – Verein mit anderen Mank- Chören vor 6000 Zuhörern in der Essener Gruga- Halle auf und ernteten heftigen Beifall, unter anderem auch von dem bekannten Komponisten Kurt Lissmann, der das vorgetragene Werk „Sommer“ komponiert hatte.
Nach zahlreichen Freundschaftssingen und Wettstreiten wollte der Quartett – Verein 1968 seinen wirklichen musikalischen Stellenwert feststellen und nahm daher erstmalig erfolgreich an einem Kreisleistungssingen teil.
Das Jahr 1970 brachte wiederum erhebliche Veränderungen mit sich: Nach 22 Jahren legte Franz Breloer das Amt des 1. Vorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen nieder. Er wurde in der Jahreshauptversammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Sein Sohn Franz-Josef Breloer wurde sein Nachfolger und hat dieses Amt auch im Jahre des 75- jährigen Bestehens weiterhin inne.
Was sich lange angekündigt hatte, wurde 1970 leider Gewissheit: Auch Chorleiter Karl Mank jr. legte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Wegen seiner großen Verdienste, die sich Karl Mank jr. um den Quartett – Verein erworben hat, wurde ihm der Titel „Ehrenchorleiter“ verliehen. Sein Nachfolger wurde Wolfgang Weber und er leitete am 20.09.1970 die erste Chorprobe.
Die Jahre 1971 bis 1973 standen ganz im Zeichen von mehreren Leistungssingen: Das Kreisleistungs- und Bezirksleistungssingen mussten auf dem Weg zum Meisterchor bestanden werden. Im Jahr 1974 wurde der Quartett-Verein für die anstrengende und konzentrierte Arbeit belohnt. In Iserlohn wurde der Titel „Meisterchor“ verliehen. Das war ein Höhepunkt, auf den der Verein heute noch mit Recht stolz ist. Der Quartett – Verein „Frohsinn“ war somit einziger Meisterchor in der Stadt Kamen und ist dieses bis heute auch geblieben.
Als nächster Höhepunkt ist sicherlich das Vereinsjahr 1977 anzusehen. In diesem Jahr konnte das 50-jährige Bestehen des Vereins gefeiert werden. Angefangen mit einem großen Festabend im April, erinnern sich die Sänger besonders gerne an den Mai des Jahres 1977. Nachdem bislang nichts über Ausflüge und Konzertreisen in dieser Rückschau berichtet wurde, soll die Fahrt in die französische Partnerstadt Kamens Montreuil- Juigné hier eine besondere Erwähnung finden. Auch fand eines großes Jubiläumskonzert unter Mitwirkung des Westfälischen Symphonieorchesters, der Sopranistin Elisabeth Lachmann und dem Bassisten Günter Wewel statt. Als letzten Höhepunkt in diesem Jubiläumsjahr ist ein Gutachtersingen anzuführen: 15 Chöre stellten sich dem kritischen Urteil des damaligen Vorsitzenden des Musikausschusses, Prof. Hermannjosef Rübben. Dem Quartett-Verein wurde eine vorbildliche Organisation und Vorbereitung dieser musikalischen Großveranstaltung bescheinigt.
Am 17.02.1978 folgte die Gründung des Knabenchores im Quartett-Verein. Ziel war die Nachwuchsförderung für den eigenen Männerchor zu forcieren. Im Jahre 1981 wurde der Chor dann in einen gemischten Kinder- und Jugendchor umgewandelt.
Die Jahre 1980 und 1981 waren geprägt von mehreren Wechseln auf dem Posten des Chorleiters. Als Glücksgriff zeigte sich dann die Verpflichtung von Johannes Vehring, der die Sänger mit musikalischer Klasse und menschlicher Umsicht führte. Leider konnte in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit der Titel des "Meisterchores" nicht verteidigt werden. Mit neuem Mut und Elan stellte man sich in der Folgezeit mit dem neuen musikalischen Leiter neuen und ambitionierten Zielen. Erstmals im Jahr 1983 veranstaltete der Chor ein „Straßensingen“, bei dem an verschiedenen Stellen im Ort einige Lieder gesungen wurden. Ziel war es, neue Sänger für den Chor zu motivieren.
Eine weitere Premiere fand dann 1985 statt: Aus seinem umfangreichen Repertoire hatte der Chor ein Wunschkonzert mit 32 Titeln zusammengestellt, aus denen sich die Konzertbesucher ihre 15 Favoriten auswählen konnten. Die meistgenannten Titel kamen dann zur Aufführung. Das Konzert war sowohl in musikalischer als auch organisatorischer Sicht ein Kraftakt, der aber den erhofften Erfolg mit sich brachte.
Nach leider nur 6-jähriger Tätigkeit musste Johannes Vehring aus beruflichen Gründen das Chorleiteramt niederlegen. Nach einem Kurzintermezzo von Jürgen Wolff übernahm Anfang 1987 Reinhard Mank, Sohn des langjährigen Leiters Karl Mank jun., den Chor. So konnte dann auch das 60-jährige Bestehen vorbereitet werden. Das Chorjubiläum nutzte man dazu, Johannes Vehring wegen seiner großen Verdienste die Ehrenchorleiterwürde zu verleihen.
Aus der erfolgreichen Arbeit der folgenden Jahre sei an dieser Stelle besonders an das Konzert im Jahre 1991 unter dem Motto „Lieder der Völker“ erinnert. Dieses Konzert war schon zwei Wochen vor dem Aufführungstermin komplett ausverkauft.
Im Jahr 1992 erschien erstmals die Vereinszeitschrift „CHORAN“. In dieser Vereinszeitschrift wurde vierteljährlich über das aktuelle Vereinsgeschehen.
Im Juli 1993 erfolgte dann der bislang letzte Chorleiterwechsel im Quartett-Verein: Reinhard Mank gab sein Amt an den bisherigen Vizechorleiter
Michael Breloer ab. Unter der neuen Leitung wurde der Chor sehr erfolgreich an ein Gutachtersingen herangeführt.
In den Folgejahren wurden anspruchsvolle Konzerte vor meist ausverkauftem Haus (ein Zeichen für die große Akzeptanz des Chores) dargeboten. „70 Jahre Quartett-Verein „Frohsinn“, so hieß es dann im Jahr 1997. Das Jubiläumsjahr fand seinen Anfang in einem großen Sängerfrühschoppen. An dieser Matinee nahmen alle Heerener Musikgruppen teil. Die „Breloer-Chöre“ gestalteten am 03. Mai ein großes Chorkonzert. Diese Veranstaltung wurde zum Anlass genommen, viele Ehrungen durchzuführen. Unter anderem erhielten an diesem Tag Alois Matuschak die goldene und Karl-Friedrich Berkemann die bronzene Ehrenplakette des Sängerbundes NRW für jahrzehntelange Vorstandstätigkeit. Erstmals sang der Chor in diesem Jahr anlässlich des Reformationsgottesdienstes in der evangelischen Kirche. Dieser Auftritt hat mittlerweile Tradition im Jahreskalender der Frohsinnsänger.
Hervorzuheben sei in dieser Chronik das 1998 aufgeführte Konzert mit Opern-, Operetten- und Musicalmelodien. Fast alle Titel hatten Höchstschwierigkeiten, aber auch einen hohen Bekanntheitsgrad, was besonders gut beim Publikum im erneut ausverkauften Lutherzentrum ankam.
Auch im Jahr 1999 konnten Chormitglieder für langjährige Vorstandsmitgliedschaft ausgezeichnet werden. Die goldene Ehrenplakette des Sängerbundes NRW für 30-jährige Vorsitzendentätigkeit erhielt Franz-Josef Breloer in der Jahresabschlussfeier 1999.
Im Jahr 2000 verstarb der Ehrenchorleiter des Quartett-Vereins Johannes Vehring nach langer schwerer Krankheit. Mit ihm verlor der Chor neben einem hervorragenden Musiker auch einen Freund, der auch nach seinem Ausscheiden als musikalischer Leiter dem Chor stets verbunden blieb und sich am Vereinsgeschehen beteiligte.
Nach langer Zeit präsentierte sich der Chor im Jahre 2001 in der evangelischen Kirche Heeren-Werve wieder mit einem geistlichen Konzert. Die vergangenen Konzerte trugen hauptsächlich folkloristische Züge. Bereits zum zweiten Mal trat hier Chorleiter Michael Breloer nicht nur als Chorleiter des Männerchores, sondern auch als Tenorsolist auf. Die Kirche war bis fast auf den letzten Platz gefüllt und der Chor konnte eine weitere Probe seines Könnens ablegen.
Das neue Jahrtausend war geprägt von vielen Ereignissen. Darunter sei an erster Stelle das 75-jährige Bestehen des Chores zu nennen. Dieses Ereignis wurde gebührend gefeiert. Auch viele Konzerte trugen dazu bei, den Bekanntheitsgrad des Chores zu erhöhen. Dazu zählte u.a. das Weihnachtskonzert 2006 und als besonderer Höhepunkt das gemeinsame Konzert mit dem Ural-Kosaken Chor Andrej Scholuch in der evangelischen Kirche in Kamen-Heeren.
Bleibt die Hoffnung, dass sich auch in Zukunft sangesfreudige Männer dem Chorgesang verschreiben und dem Quartett-Verein als aktives Mitglied beitreten.
So möchte der Chor dann noch viele Jahre singen:
„Edel und rein soll das Lied im „Frohsinn“ sein !“