Chorinformationen
Die Gründung des MGV Quartett – Verein „Frohsinn“ fällt auf den 3.April des Jahres 1927.
Drei Monate nach der Gründung folgte der Chor einer Einladung zum Freundschaftssingen nach Mühlhausen und erntete für den ersten öffentlichen Auftritt gute Kritiken. Es folgten einige sehr erfolgreiche Teilnahmen an zu jener Zeit regelmäßig stattfindenden Gesangswettstreiten.
Der Quartett – Verein hatte in den Anfangsjahren mit viel Ablehnung zu kämpfen, bis hin zu Verboten, die Chorproben abzuhalten. Stets wusste aber der Chor, sich diesen Repressalien zu widersetzen und trotzte auch den Wirren des zweiten Weltkrieges. So ergab sich im Jahre 1943 eine Zusammenarbeit mit dem MGV „Einigkeit“ Werve, da auch hier aufgrund mangelnder Sängerzahl die Fortsetzung regelmäßiger Chorproben nahezu unmöglich war.
Zu jener Zeit, als nach den Kriegsjahren deutliche Mitgliederzuwächse zu verzeichnen waren, konnte man es sich leisten, über die Aufnahme neuer Sänger zu befinden. So findet sich im Jahresbericht 1946 ein Beschluss, dass man bei der „Aufnahme" neuer Sänger größte Umsicht walten lassen muss....“ und die Chormitglieder über eine Neuaufnahme entscheiden müssen.
Erst im Jahre 1947, dem Jahr des 20- jährigen Bestehens, war es dem Chor möglich, dem Deutschen Sängerbund beizutreten. In diesem Jahr veranstaltete der Chor gleich zwei umfangreiche Jubiläumskonzerte mit namhaften Solisten und konnte seinen musikalischen Stellenwert in der Gemeinde und darüber hinaus weiter steigern.
In den folgenden Jahren veränderte sich das Gesicht des Chores erheblich, waren doch einige ältere Sänger nicht mehr dabei und hatten sich einige neue, junge Sänger dem Chor angeschlossen. Der Chor zählte nun 45 Aktive.
Die Jahre 1961 und 1962 brachten herausragende Auftritte für den Chor mit sich: Gemeinsam mit dem gemischten Chor Kamen wurden am 15.04.1961 „Die Jahreszeiten“ von J. Haydn zur Aufführung gebracht.
Zum 15. Deutschen Sängerbundesfest trat 1962 der Quartett – Verein mit anderen Chören vor 6000 Zuhörern in der Essener Gruga- Halle auf und ernteten heftigen Beifall, unter anderem auch von dem bekannten Komponisten Kurt Lissmann, der das vorgetragene Werk „Sommer“ komponiert hatte.
Nach zahlreichen Freundschaftssingen und Wettstreiten wollte der Quartett – Verein 1968 seinen wirklichen musikalischen Stellenwert feststellen und nahm daher erstmalig erfolgreich an einem Kreisleistungssingen teil.
Die Jahre 1971 bis 1973 standen ganz im Zeichen von mehreren Leistungssingen: Das Kreisleistungs- und Bezirksleistungssingen mussten auf dem Weg zum Meisterchor bestanden werden. Im Jahr 1974 wurde der Quartett-Verein für die anstrengende und konzentrierte Arbeit belohnt. In Iserlohn wurde der Titel „Meisterchor“ verliehen. Das war ein Höhepunkt, auf den der Verein heute noch mit Recht stolz ist. Der Quartett – Verein „Frohsinn“ war somit einziger Meisterchor in der Stadt Kamen und ist dieses bis heute auch geblieben.
Konzertreisen führten den Chor auch in die französische Partnerstadt Kamens Montreuil- Juigné. Hierbei fand eines großes Jubiläumskonzert unter Mitwirkung des Westfälischen Symphonieorchesters, der Sopranistin Elisabeth Lachmann und dem Bassisten Günter Wewel statt. Als letzten Höhepunkt in diesem Jubiläumsjahr ist ein Gutachtersingen anzuführen: 15 Chöre stellten sich dem kritischen Urteil des damaligen Vorsitzenden des Musikausschusses, Prof. Hermannjosef Rübben. Dem Quartett-Verein wurde eine vorbildliche Organisation und Vorbereitung dieser musikalischen Großveranstaltung bescheinigt.
Eine weitere Premiere fand dann 1985 statt: Aus seinem umfangreichen Repertoire hatte der Chor ein Wunschkonzert mit 32 Titeln zusammengestellt, aus denen sich die Konzertbesucher ihre 15 Favoriten auswählen konnten. Die meistgenannten Titel kamen dann zur Aufführung. Das Konzert war sowohl in musikalischer als auch organisatorischer Sicht ein Kraftakt, der aber den erhofften Erfolg mit sich brachte.
Aus der erfolgreichen Arbeit der folgenden Jahre sei an dieser Stelle besonders an das Konzert im Jahre 1991 unter dem Motto „Lieder der Völker“ erinnert. Dieses Konzert war schon zwei Wochen vor dem Aufführungstermin komplett ausverkauft.
In den Folgejahren wurden anspruchsvolle Konzerte vor meist ausverkauftem Haus (ein Zeichen für die große Akzeptanz des Chores) dargeboten. „70 Jahre Quartett-Verein „Frohsinn“, so hieß es dann im Jahr 1997. Das Jubiläumsjahr fand seinen Anfang in einem großen Sängerfrühschoppen. An dieser Matinee nahmen alle Heerener Musikgruppen teil.
Hervorzuheben sei in dieser Chronik das 1998 aufgeführte Konzert mit Opern-, Operetten- und Musicalmelodien. Fast alle Titel hatten Höchstschwierigkeiten, aber auch einen hohen Bekanntheitsgrad, was besonders gut beim Publikum im erneut ausverkauften Lutherzentrum ankam.
Nach langer Zeit präsentierte sich der Chor im Jahre 2001 in der evangelischen Kirche Heeren-Werve wieder mit einem geistlichen Konzert. Die vergangenen Konzerte trugen hauptsächlich folkloristische Züge. Die Kirche war bis fast auf den letzten Platz gefüllt und der Chor konnte eine weitere Probe seines Könnens ablegen.
Das neue Jahrtausend war geprägt von vielen Ereignissen. Darunter sei an erster Stelle das 75-jährige Bestehen des Chores zu nennen. Dieses Ereignis wurde gebührend gefeiert. Auch viele Konzerte trugen dazu bei, den Bekanntheitsgrad des Chores zu erhöhen. Dazu zählte u.a. das Weihnachtskonzert 2006 und als besonderer Höhepunkt das gemeinsame Konzert mit dem Ural-Kosaken Chor Andrej Scholuch in der evangelischen Kirche in Kamen-Heeren.
Bleibt die Hoffnung, dass sich auch in Zukunft sangesfreudige Männer dem Chorgesang verschreiben und dem Quartett-Verein als aktives Mitglied beitreten.
So möchte der Chor dann noch viele Jahre singen:
„Edel und rein soll das Lied im „Frohsinn“ sein !“